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Der Markt bestimmt das Preisniveau – Stadtwerke Duisburg AG muss Strompreise zum 1. Februar 2009 erhöhen

(Duisburg, 17.12.08)

Die Strompreise von Versorgungsunternehmen werden maßgeblich von den Konditionen des freien Marktes bestimmt. Aufgrund der 2008 gestiegenen Einkaufspreise für Brennstoffe und zusätzliche Stromkontingente muss die Stadtwerke Duisburg AG wie viele andere Energiedienstleister ihre Strompreise erhöhen.

Ab 1. Februar 2009 steigt der Arbeitspreis pro Kilowattstunde um 1,57 Cent brutto. Für Kunden mit einem Durchschnittsverbrauch von 3.500 Kilowattstunden ergibt sich eine jährliche Mehrbelastung von rund 55 Euro. Dies entspricht einer Steigerung von circa sieben Prozent. „Damit liegen wir noch unter dem Durchschnitt der aktuellen Preiserhöhungen anderer Versorgungsunternehmen in Deutschland“, betont Johannes Gösling, Vertriebsleiter der Stadtwerke Duisburg AG. Die Grundpreise für die einzelnen Stromtarife bleiben unverändert.

„Wir haben unsere Strompreise seit Februar 2008 und damit zwölf Monate konstant gehalten“, sagt Gösling. „Die in 2008 stark gestiegenen Beschaffungskosten für Brennstoffe wie Kohle und Gas sowie für zusätzliche Stromkontingente an der Energiebörse European Energy Exchange (EXX) können wir jedoch nicht kompensieren und müssen sie an unsere Kunden weitergeben.“

Ausschlaggebend für die Preisgestaltung sind nicht die aktuellen Marktpreise, sondern die Konditionen zum Zeitpunkt des Einkaufs. Brennstoffe, die im kommenden Jahr in den Kraftwerken zur Stromerzeugung zum Einsatz kommen, wurden verteilt über das Jahr 2008 beschafft – auch zu Terminen, an denen die Rohstoffpreise überdurchschnittlich hoch waren. „Da die weitere Preisentwicklung nur schwer vorhersehbar ist und wir die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten haben, müssen wir auch in Hochpreisphasen Rohstoffe einkaufen“, erläutert Gösling.

Diesen Rahmenbedingungen unterliegt auch der Einkauf von zusätzlichen Stromkontingenten an der EEX. Hier wird der Preis von verschiedenen Faktoren beeinflusst: den Kosten für Gas und Kohle, dem Wetter, Kohlendioxid-Zertifikaten und letztendlich von Angebot und Nachfrage. Die Stadtwerke Duisburg AG kauft und verkauft Strom an der Energiebörse EEX, um eine Stromversorgung zu marktgerechten Preisen bieten zu können. „Marktorientierung heißt für uns aber auch, dass wir nicht nur steigende, sondern auch fallende Einkaufskosten an unsere Kunden weitergeben“, betont Dr. Hermann Janning, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg AG. So senken die Stadtwerke Duisburg ihre Gaspreise zum 1. Januar 2009 um sieben Prozent. Janning: „Für unser Unternehmen und die Branche ist dies eine Frage von Glaubwürdigkeit und Fairness.“

Hintergrund:

Aktuelle Entwicklung der Strompreise allgemein

Die Strompreise in Europa werden maßgeblich durch den Stromhandel an der Energiebörse EEX bestimmt. Hierbei spielen die Preisentwicklungen für die bei der Stromerzeugung eingesetzten Primärenergieträger wie Steinkohle, Braunkohle, Öl oder Gas neben Stromangebot und Stromnachfrage eine entscheidende Rolle. Die Primärenergiepreise sind in der Vergangenheit bis zum Beginn der Finanzkrise (Ende September 2008) kontinuierlich gestiegen. In diesem Zeitraum haben sich viele Energieversorgungsunternehmen, wie auch die Stadtwerke Duisburg AG, mit Brennstoffen und Strom für 2009 eingedeckt. Erst in den vergangenen Wochen sind die Preise an der Börse wieder gefallen. Sie folgen damit der allgemeinen Entwicklung sinkender Energiepreise infolge der sich anbahnenden weltweiten Rezession und des damit verbundenen Rückgangs des Energiebedarfs.

Auch wenn die Energiepreise zurzeit rückläufig sind, ist mittel- bis langfristig allgemein mit steigenden Strom- und Energiepreisen zu rechnen. Gründe hierfür liegen in den immer knapper werdenden Primärenergieressourcen und der steigenden Weltenergienachfrage insbesondere ausgelöst durch den Nachholbedarf der Schwellenländer wie China oder Indien.

Die Strombörse European Energy Exchange in Leipzig

Die European Energy Exchange (EEX) mit Sitz in Leipzig ist eine elektronische Börse für den Stromhandel. Sie unterliegt als öffentlich rechtliche Institution dem deutschen Börsengesetz. Die EEX ist mit über 180 Börsenteilnehmern aus 20 Ländern die größte Energiebörse in Kontinentaleuropa. An der EEX werden Strom, Kohlendioxid-Zertifikate, Kraftwerks-Kohle sowie seit 2007 auch Erdgas gehandelt. Durch die Liberalisierung der europäischen Elektrizitätsmärkte hat das Thema Stromhandel für die Energieversorger an Bedeutung gewonnen. Vor der Liberalisierung wurde Strom zumeist bei wenigen Lieferanten bezogen und zu den Kunden in den jeweiligen Versorgungsgebieten weiterverkauft. Strombörsen werden der veränderten Wettbewerbssituation gerecht, da sie, wie andere Börsen auch, den Abschluss von Verträgen zu marktgerechten Preisen ermöglichen.

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