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Höhere Umlagen durch das Erneuerbare Energien Gesetz belasten den Strompreis
(Duisburg, 16.11.10)
Durch die Erhöhung der gesetzlichen Umlage zur Förderung Erneuerbarer Energien zum 1. Januar 2011 muss auch die Stadtwerke Duisburg AG ihre Strompreise anheben. Die staatliche Abgabe steigt Anfang nächsten Jahres um brutto 1,76 Cent je Kilowattstunde (kWh) auf brutto 4,20 Cent je kWh. Kunden des Duisburger Energieversorgungsunternehmens werden die Preissteigerung hingegen nicht im vollen Umfang tragen müssen: "Da wir dieser Entwicklung Preisvorteile bei der Strombeschaffung entgegen stellen, werden wir die Erhöhung des staatlichen Anteils abfedern", sagt Johannes Gösling, Bereichsleiter Vertrieb. So steigt der Preis für eine Kilowattstunde Strom im PartnerStrom Casa-Tarif um 1,61 Cent auf 22,43 Cent. Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden führt dies zu einer Mehrbelastung von rund 56 Euro im Jahr.
Gösling kündigt an, in 2011 den Arbeitspreis nicht weiter zu erhöhen: "Damit unterstreichen wir, dass die Preissteigerung lediglich auf die erhöhte gesetzliche Umlage zurückzuführen ist. Es ist nicht unser Ziel, im Sog gesetzlicher Preissteigerungen Gewinne zu erzielen."
Vor diesem Hintergrund beobachtet man bei der Stadtwerke Duisburg AG einen leichten Trend: Es zeigt sich, dass Kunden, die zuvor zu sogenannten Billigstromanbietern wechselten, häufig zu lokalen Energieversorgern zurückkehren. Denn nicht selten müssen vermeintlich günstige Strompreise von
Kunden der Billigstromanbieter durch Vorauskasse oder Zahlung einer Kaution vorfinanziert werden. Dass dies nicht ohne Risiko für die Kunden ist, zeigt die jüngste Vergangenheit als die finanzielle Schieflage des Stromanbieters TelDaFax öffentlich bekannt wurde.
Der staatliche Anteil an einer Kilowattstunde Strom steigt seit Jahren. Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh liegt er mittlerweile bei rund 41 Prozent.
Hintergrund:
Was sind erneuerbare Energien?
Erneuerbare Energien, auch regenerative Energien genannt, sind Energiequellen, die nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich sind. Wind, Wasser, Sonne, Erdwärme und Bioenergie stehen als Energieträger nahezu unendlich zur Verfügung. Die Nutzung von erneuerbaren Energieträgern ist klimafreundlich, sicher sowie umwelt- und ressourcenschonend. Die Nutzung erneuerbarer Energien vermeidet klimaschädliche Emissionen, die mit erheblichen Folgeschäden und -kosten verbunden sind. Darum ist der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht nur sinnvoll, sondern auch gesamtwirtschaftlich vorteilhaft.
Welche Ziele verfolgt das Erneuerbare-Energien-Gesetz?
Ziel der Bundesregierung ist eine moderne, klimafreundliche, nachhaltige und sichere Energieversorgung für Deutschland. Hierfür sollen die erneuerbaren Energien konsequent ausgebaut und die Energieeffizienz weiter erhöht werden. Durch das EEG soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung bis 2020 auf mindestens 30 Prozent und danach kontinuierlich weiter gesteigert werden. Mit dem Engagement der deutschen Energiewirtschaft und der gleichzeitigen Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien hat Deutschland schon heute viel erreicht: 16 Prozent der Stromerzeugung sind inzwischen regenerativ.
Was beinhaltet das EEG?
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat sich in Deutschland als äußerst erfolgreiches Instrument erwiesen, um den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung zu erhöhen. Über das EEG erhalten Betreiber von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien über einen definierten Zeitraum eine vorab festgelegte Vergütung pro erzeugter und eingespeister Kilowattstunde Strom. Diese Vergütung ist von verschiedenen Faktoren abhängig wie Energiequelle, Technologie, Kapazität der Anlage etc.
Warum muss ich die EEG-Umlage bezahlen?
Der Ausbau regenerativer Anlagen ist mit Kosten verbunden, die per Gesetz auf alle Verbraucher umgelegt werden. Die an die Anlagenbetreiber gezahlten Einspeisevergütungen werden über ein bundesweites Umlageverfahren an jeden Endverbraucher weitergegeben.
Warum erhöht sich die EEG-Umlage?
Die EEG-Umlage dient rein der Förderung erneuerbarer Energien. Die Entwicklung der EEG-Umlage hängt von zahlreichen Faktoren ab. Ein wichtiger Grund ist der Zubau von Anlagen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien. Je mehr erneuerbare Energie eingespeist wird, umso höher fällt die Einspeisevergütung aus, die über das bundesweite Umlageverfahren auf den Endverbraucher umgelegt wird. Darüber hinaus spielen auch die Sonnenscheindauer, Windverhältnisse und das Börsenpreisniveau eine Rolle für die Festsetzung der EEG-Umlage. Diese Kosten werden jedoch weder von den Energieversorgern verursacht, noch profitieren diese davon.


